Eine evolutionäre Prozessoptimierung nimmt gewachsene Fähigkeiten eines Krankenhauses und bestehende Arbeitsabläufe in ihrer täglich praktizierten Form zum Ausgangspunkt einer umsichtigen Weiterentwicklung. Auf diese Weise werden ein radikaler Bruch mit gewachsenen Denk¬ und Deutungsmustern und eine Überforderung der Organisation verhindert und gerade dadurch die Realisierung nachhaltiger Veränderungen ermöglicht. Dieser Beitrag skizziert sechs generische Schritte, die im Rahmen einer evolutionären Prozessoptimierung teils sequentiell, teils iterativ zu durchlaufen sind. Durch den breiten Einbezug von Mitarbeitenden verschiedener Professionen und Hierarchieebenen erhalten strategische Initiativen eines evolutionären Prozessmanagements eine breite und «aktive» Abstützung. Systematisch angelegte, verkraftbare und revisionsfreundliche Schritte erlauben es den Beteiligten, sich fortlaufend über die Veränderungswirkungen zu verständigen und bei Bedarf Fragen, Entscheidungen oder Massnahmen vorangegangener Schritte erneut aufzugreifen. Die Durchführung einer evolutionären Prozessoptimierung ist anspruchsvoll und voraussetzungsreich. Neben einer umsichtigen Gestaltung der eigentlichen Optimierungsmassnahmen beruht das Vorgehen in entscheidender Weise auf der Bereitstellung und Entwicklung förderlicher Arbeitsbedingungen. Auf diese geht der Beitrag abschliessend ein.

Additional Metadata
Persistent URL dx.doi.org/10.4414/saez.2009.14556
Journal Schweizerische Ärztezeitung
Citation
Bucher, S, Merz, J., & Johannes, R. (2009). Evolutionäre Prozessoptimierung / Nachhaltige Wirkungen durch Kontextsensitives Vorgehen. Schweizerische Ärztezeitung, 90(36), 1391–1394. doi:10.4414/saez.2009.14556